Die Wiedererlangung der Gemeinde wird durch die Rückkehr der Kinder Israel aus der Gefangenschaft versinnbildlicht (Esra 1:3-11). Um die Wiedererlangung der Gemeinde zu verstehen, müssen wir die Geschichte des Volkes Israel im Alten Testament betrachten. Das Alte Testament ist ein Buch der Sinnbilder und das größte allumfassende Sinnbild ist die Geschichte des Volkes Israel. Viele Bibellehrer wenden die Dinge, die am Anfang der Geschichte des Volkes Israel geschahen, auf die heutige christliche Erfahrung an. Zum Beispiel wenden sie das Passa auf die Erfahrung der Erlösung an und die Überquerung des Roten Meeres auf die Erfahrung der Taufe.
Außerdem wenden wir vielleicht den Genuss des täglichen Manna und des Wassers aus dem gespaltenen Felsen auf unsere Erfahrung an, die wir machen, wenn wir Christus als unsere Lebensversorgung und als unser lebendiges Wasser nehmen. Wir wissen vielleicht sogar, wie man den Tempel, der von Salomo gebaut wurde, auf unsere Erfahrung anwendet. Doch nicht viele Christen wissen, wie man den letzten Teil der Geschichte des Volkes Israel, die Gefangenschaft in Babylon und die Rückkehr aus der Gefangenschaft, anwendet. Wie wir sehen werden, versinnbildlicht die Rückkehr der Kinder Israel aus ihrer Gefangenschaft die Wiedererlangung der Gemeinde.
Im Alten Testament gewann Gott zuerst ein Volk durch Abraham, Isaak und Jakob. Schließlich wurde dieses Volk zur Nation Israel, die ein Königreich von Priestern genannt wurde (2.Mose 19:6). Dieses Volk, diese Nation, war ein Sinnbild auf die Gemeinde. In Apostelgeschichte 7:38 spricht sogar Stephanus in Bezug auf das Volk Israel als von der „Versammlung in der Wüste“, und benutzt dabei das Wort ekklesia, das Wort für „Gemeinde“ im Neuen Testament. Dies ist ein weiterer Hinweis darauf, dass die Kinder Israel ein Sinnbild auf die Gemeinde sind.
Die gesamte Geschichte der Nation Israel ist ein vollständiges Sinnbild, ein allumfassendes Sinnbild, auf die Gemeinde. Die Nation Israel begann mit dem Auszug. Die Kinder Israel waren in der Sklaverei in Ägypten, doch durch das Passalamm wurden sie von Pharaos widerrechtlicher Inbesitznahme erlöst. Sie machten ihren Auszug aus Ägypten, durchquerten das Rote Meer, kamen in die Wüste hinein und kamen zum Berg Sinai, und dort bauten sie die Stiftshütte als Gottes Wohnstätte auf der Erde. Schließlich überquerte das Volk Israel den Jordan und kam in Kanaan, das gute Land, hinein. Nachdem sie die Völker besiegt und das Land gewonnen hatten, bauten sie den Tempel. Die Zeit unmittelbar nach dem Bau des Tempels war eine goldene Zeit. Doch jene goldene Zeit dauerte nicht sehr lange. Hauptsächlich aufgrund des Versagens Salomos wurde der Tempel zerstört und die Kinder Israel wurden als Gefangene nach Babylon gebracht. Die babylonische Armee zerstörte nicht nur Jerusalem mit seinem Tempel, sondern brachte auch die Geräte des Tempels nach Babylon und stellte sie in Götzentempel. Was für eine Schande! Das Volk Israel blieb 70 Jahre lang in Babylon.
Geistlich gesehen ist die Gemeinde wegen ihres Niedergangs in Gefangenschaft gewesen. Gottes Volk wurde gespalten, zerstreut und von dem rechten Grund der Einheit zu einem falschen Grund weggeführt. Im alttestamentlichen Sinnbild drehten sich die Kinder Israel um Jerusalem, doch später wurden sie zerstreut und an viele Orte weggeführt, insbesondere nach Babylon. Dies stellt die Situation von vielen der heutigen Christen dar. In einem sehr wirklichen Sinn sind die Gläubigen heute mehr zerstreut als die Kinder Israel es waren. Deshalb müssen wir wiedererlangt werden. Wir brauchen nicht nur Erweckung, sondern auch Wiedererlangung.
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