4. Fuer den Wiederaufbau der Stadt Jerusalem

Schließlich wird die Wiedererlangung der Gemeinde im Alten Testament durch den Wiederaufbau der Stadt Jerusalem versinnbildlicht (Neh. 2:11, 17). Nach der Wiedererlangung des Baus des Tempels bestand immer noch die Notwendigkeit, die Stadt aufzubauen. Ohne die Stadt hätte es keinen Schutz für den Tempel gegeben. Der Tempel, der Ort der Gegenwart des Herrn, brauchte Schutz. Die Mauer der Stadt war die Verteidigung für den Tempel.

Dies ist auch ein Aspekt des Sinnbilds, das wir im Neuen Testament anwenden müssen. Epheser 2:19 und 1.Timotheus 3:15 sprechen von der Gemeinde als dem Haus Gottes. Aber in den letzten beiden Kapiteln der Offenbarung gibt es eine Stadt, und in dieser Stadt gibt es keinen Tempel (Offb. 21:22), weil die Stadt zur Vergrößerung des Tempels geworden ist.

Um die Beziehung zwischen dem Haus und die Stadt im Neuen Testament verstehen zu können, müssen wir erkennen, dass die Gemeinde die Vergrößerung Christi und die Zunahme Christi ist. Alle Gläubigen sind Teile von Christus und Glieder Christi. Alle diese Teile zusammengefügt sind die Zunahme Christi. Die Gemeinde ist daher die Fülle Christi (Eph. 1:22-23), weil Christus in so vielen Gliedern zugenommen hat und in so viele Glieder vergrößert worden ist. Der erste Schritt der Vergrößerung Christi ist die Gemeinde als das Haus. Der zweite Schritt dieser Vergrößerung ist auch die Gemeinde, nicht als das Haus, sondern als die Stadt. Die Gemeinde als das Haus muss zur Gemeinde als der Stadt vergrößert werden. Schließlich wird die ganze Gemeinde zur Stadt. Da der Tempel zur Stadt geworden ist, sagt uns Offenbarung 21:22, dass es in der Stadt des Neuen Jerusalem keinen Tempel gibt. Die Stadt ist die Stiftshütte, die Wohnstätte (Offb. 21:2-3). Daher ist die Stadt die Vergrößerung des Tempels, die Entwicklung des Hauses bis zum Äußersten.

Der Bau des Hauses und der Stadt ist das Zentrum des ewigen Vorsatzes Gottes. Dieser Bau ist tatsächlich die Vermengung von Gott mit dem Menschen. Die Gemeinde ist daher die Vermengung von Göttlichkeit mit Menschlichkeit. Wenn diese Vermengung vergrößert ist und in vollstem Umfang vollzogen ist, ist das die Stadt. Die Stadt wird dann schließlich zum gegenseitigen Bau, zur gegenseitigen Wohnung, von Gott und Mensch, denn Gott wohnt in uns, und wir wohnen in Gott. Dies ist die universale, ewige Vermengung von Gott mit dem Menschen. Im kleinen Maßstab ist dies das Haus, und im großen Maßstab ist es die Stadt.

Christi erstes Kommen hatte sehr viel mit der Rückkehr des Volkes Gottes von Babylon nach Jerusalem zu tun. Christus kam ein wenig mehr als 400 Jahre nach dieser Rückkehr aus der Gefangenschaft. Christus wurde von Maria geboren, einer Nachkommin jener, die nach Jerusalem zurückgekehrt waren. Wenn keiner vom Volk Gottes von Babylon nach Jerusalem zurückkehrt wäre, hätte es niemanden gegeben, um Christi erstes Kommen auszuführen. Doch nach dem Neuen Testament gab es eine Reihe von heiligen Menschen, darunter Maria, Zacharias und Elisabeth (die Eltern von Johannes dem Täufer), Simeon und Hanna, die allesamt Nachkommen derer waren, die aus der Gefangenschaft zurückgekehrt waren. All diese wurden sehr viel für das erste Kommen Christi benutzt.

Das Prinzip ist das gleiche beim zweiten Kommen Christi. Wenn es keine Wiedererlangung des Gemeindelebens gibt, das heißt, keine Rückkehr des Volkes Gottes von Babylon, der Großen, zum Gemeindeleben, wird es für Christus keine Möglichkeit geben, Sein zweites Kommen auszuführen. Dies ist der Grund, warum der Herr am Ende der Zeit daran arbeitet, eine Wiedererlangung zu bekommen. Ich glaube, dass diese Wiedererlangung eine Vorbereitung und eine Grundlage für das Wiederkommen Christi sein wird. Es wird viele Marias, Zacharias, Elizabeths, Simeons und Hannas geben, um für Ihn eine Basis vorzubereiten, damit Er Sein zweites Kommen vollbringen kann. Daher besteht für das zweite Kommen Christi die Notwendigkeit der Wiedererlangung der Gemeinde.

Aus: Conclusion of the New Testament, Witness Lee, message 230, Living Stream Ministry